Lebensgefahr Strom – Tödlicher Schlag im Feuerwehreinsatz

Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen begeben sich bei jedem Einsatz in Gefahr — einen Kameraden dabei zu verlieren, ist jedoch das Schlimmste, was passieren kann. Aus der Geschichte der Feuerwehr Niedernjesa ist aus dem Jahr 1956 der Fall eines tödlich verlaufenden Einsatzes bekannt.

Die Feuerwehr Niedernjesa war eingesetzt, vollgelaufene Keller im Unterdorf in der Klothgasse leer zu pumpen. Gegen 21:30 Uhr setzte die Tragkraftspritze aus. Da es zu diesem Zeitpunkt dunkel war, ließ Karl sich eine Lampe geben, um den Fehler zu finden. Diese wurde an das Stromnetz angeschlossen. Kaum hatte er die Lampe berührt, stürzte er mit einem Aufschrei zu Boden und blieb reglos liegen. Offenbar hatte er im Wasser einen tödlichen elektrischen Schlag bekommen.

Zu der damaligen Zeit war das System der Notfallrettung noch in den Anfängen. Während heute zu jedem gefährlicheren Einsatz mindestens ein Rettungswagen hinzu alarmiert wird, wurde damals der Arzt aus Obernjesa gerufen. Alle Reanimationsversuche blieben jedoch erfolglos und der Kamerad Zingrebe verstarb mit 23 Jahren noch an der Einsatzstelle.

Karl wurde am 31.03.1933 geboren und gehörte damit zu den sogenannten weißen Jahrgängen, die nicht mehr in den Krieg ziehen musste. Er absolvierte eine landwirtschaftliche Ausbildung und war als ältester Sohn und Bruder von zwei Schwestern für die Hofnachfolge vorgesehen.

Gerne erinnert sich seine jüngste Schwester Hilde an die sonntäglichen Ausflüge mit ihrem Bruder zu den Großeltern auf den Schmiedeberg. Im Dorf selber war Karl gesellig und in der Feuerwehr und dem Junggesellenverein aktiv.

Für die Familie bedeutete der Tod auch eine Veränderung in der Hofnachfolge. Die mittlere Tochter war bereits auswärts verlobt. Hilde trat in die Hofnachfolge ein und übernahm direkt nach dem Tod mitten in der Erntezeit die ersten leitenden Aufgaben auf dem Hof.

Die Feuerwehr Niedernjesa wird Karl ein ehrendes Andenken für seine Pflichterfüllung im Einsatz bewahren.

Bild und Text: Hilde Kämper, Göttinger Tageblatt aus dem Jahr 1956